Hand zeigt auf Punkt in Planungskarte

Planungsprozess

Von der Idee zur Inbetriebnahme

Schienenbauprojekte wie der Ausbau der Gäubahn durchlaufen verschiedene Planungsphasen, Abstimmungen und Genehmigungsverfahren, bevor es zum Bau des Vorhabens kommt. Lernen Sie den Planungsprozess im Video kennen:

Video über Planungsprozesse bei der Deutschen Bahn

Planungsphasen im Detail

In Deutschland ist der Bund für den Ausbau und Erhalt der Schienenwege seiner Eisenbahnen verantwortlich. Zentrales Planungsinstrument ist dabei der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV). Dieser erfasst den Aus- und Neubaubedarf und priorisiert die verschiedenen Vorhaben. Ausgehend vom BVWP erlässt der Bund das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG). Es konkretisiert und regelt den Ausbau der Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes. Auf dieser Basis beauftragt das BMDV die DB mit der Planung und Umsetzung bestimmter Bauprojekte. 

In der ersten Planungsphase definieren wir die Aufgabenstellung unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Ziele. Wir ermitteln den Leistungsumfang und machen eine Bestandsaufnahme. Dazu sammeln und analysieren wir alle relevanten Unterlagen und Informationen. Wir untersuchen zum Beispiel den Baugrund und die voraussichtliche Wirkung des Vorhabens auf die Umwelt. Auch finden erste Gespräche mit dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und den betroffenen Gemeinden statt. 

Hier geht es darum, wie die zuvor definierten Ziele am besten erreicht werden können. Dabei entwickeln wir verschiedene Lösungsvarianten. Diese bewerten wir anhand verschiedener Kriterien – beispielsweise die Auswirkungen auf die Umwelt oder die zu erwartenden Kosten. In fortlaufender Abstimmung und im Dialog mit den betroffenen Stakeholdern wählen wir so eine Vorzugsvariante aus. Diese arbeiten wir im Laufe der Planung weiter aus. 

Für die ausgewählte Variante verfeinern wir die Planung anhand von zeichnerischen Darstellungen, Gutachten und Berechnungen. Außerdem führen wir weitere Untersuchungen zum Beispiel des Baugrunds durch und stellen eine Kostenkalkulation auf. 

Vor der Umsetzung des Bauprojekts werden die Planungen vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) im sogenannten Planfeststellungsverfahren geprüft und genehmigt. In der Genehmigungsplanung erstellen wir die umfangreichen Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren und reichen sie beim EBA ein. Als Bundesbehörde prüft das EBA, ob die Planung den gesetzlichen Vorgaben entspricht und im Einklang mit den Interessen des Bundes steht. Ein zentraler Bestandteil des Verfahrens ist ein Anhörungsverfahren, in dem sowohl die Träger öffentlicher Belange, d.h. Behörden und Institutionen, denen die Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben per Gesetz zugewiesen ist, als auch durch das Projekt direkt betroffene Personen beteiligt sind. Dabei werden die Planungsunterlagen in den betroffenen Kommunen öffentlich ausgelegt. So kann jeder sie einsehen und ggf. Einwände erheben. Wir nehmen zu den Einwänden Stellung. Bei einem gemeinsamen Erörterungstermin werden die Einwände mit allen Beteiligten besprochen. Am Ende des Verfahrens werden die Belange des Vorhabenträgers – in diesem Fall der DB  –, der verschiedenen Betroffenen (z. B. Anwohner:innen) und die öffentlichen Interessen der Allgemeinheit gegeneinander abgewogen. Das EBA trifft eine abschließende und verbindliche Entscheidung über das geplante Schieneninfrastrukturprojekt. Damit ergeht der Planfeststellungsbeschluss, welcher einer Baugenehmigung gleichkommt.

Nun bereiten wir die konkrete Umsetzung vor: Wir überführen die Ergebnisse der Entwurfs- und Genehmigungsplanung in ausführungsreife Detailpläne. Die benötigten Bauleistungen werden ausgeschrieben.

Es kann losgehen: Die Baufirma mit dem wirtschaftlichsten Angebot erhält den Zuschlag und beginnt mit dem Bau. Die Baustelle wird eingerichtet und die Planung Realität. 

Digital planen und bauen mit Building Information Modeling 

An der Planung und Umsetzung von Schienenbauprojekten sind zahlreiche Akteure beteiligt. Damit alle eine gemeinsame Datenquelle nutzen können, setzen wir auf Building Information Modeling (BIM) als neue ganzheitliche Arbeitsmethode. Dabei bündelt ein mehrdimensionales Modell alle Teilplanungen und Informationen zum Bauprojekt. In Kombination mit Kostenkalkulationen und Terminplänen steigert dieses BIM-Modell die Effizienz von Planung und Umsetzung und schafft Transparenz für alle Beteiligten. Auch beim Gäubahnausbau kommt die BIM-Methodik zum Einsatz.

Erfahren Sie mehr über das digitale Bauen im Video: 

BIM-Methodik bei der DB InfraGO AG, Quelle: DB InfraGO AG / Implementierungsprojekt BIM

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Deutschen Bahn und auf der BIM-Website der DB InfraGO AG.

Erst der Fahrplan, dann der Bau-Plan.

Deutschlands Schiene stellt um: Erst der Fahrplan, dann der Plan für den Ausbau der Infrastruktur. Den Fahrplan gibt der Deutschlandtakt vor. Und damit auch den Bedarf, wo im Schienennetz was gebaut werden muss. Der Deutschlandtakt ist also mehr als ein Fahrplan der Zukunft. Er beantwortet auch die Frage: Was muss gebaut werden, damit der Fahrplan gefahren werden kann?  

Das Ziel des Deutschlandtaktes: öfter, schneller, überall.  

Der Deutschlandtakt schafft Platz für mehr Güter auf der Schiene und für einen integralen Taktfahrplan im Personenverkehr – damit alle Zugverbindungen wie ein Uhrwerk zusammenpassen. Die größten deutschen Städte werden künftig alle 30 Minuten verlässlich zur selben Zeit verbunden. Der Regionalverkehr wird auf die halbstündliche Taktung des Fernverkehrs in den Knotenbahnhöfen ausgerichtet. Und sichert so auch die flächendeckende Mobilität in ländlichen Regionen.

Infrastruktur für die Verkehrs- und Klimawende.

Um die Ziele des Deutschlandtaktes zu erreichen, wird unser Schienennetz ausgebaut. Die Schienenprojekte sind echte Zukunftsprojekte, ein Gewinn für alle: für die Region, für Deutschland, für Europa. Die Infrastrukturprojekte schaffen mehr Kapazität auf der Schiene, sie schaffen die Infrastruktur für den Deutschlandtakt, sie schaffen die Voraussetzungen für Verkehrs- und Klimawende.

Breites Bündnis für den Deutschlandtakt.

Der Deutschlandtakt ist der Weg für eine nachhaltige Verkehrswende. Deshalb unterstützen die Politik, das Bundesverkehrsministerium und die gesamte Bahnbranche den Deutschlandtakt. Auch Gewerkschaften, Verbände der Bahnkunden und Initiativen für nachhaltige Mobilität sind Teil der breiten gesellschaftlichen Initiative für den Deutschlandtakt.